"Keiner kann alleine glauben"

25.01.2026 | Investitur von Pfarrer Mette, Amtseinführung des Kernteams und Segnung des Pfarreirats

Am 24. Januar hat Domkapitular Michael Hauser (Freiburg) im Auftrag von Erzbischof Stephan Burger Dr. Johannes Mette als Leiter der Pfarrei Hl. Edith Stein Bruchsal investiert, das Leitungsteam in sein Amt eingeführt und die Pfarreiräte gesegnet. Rund 600 Personen waren nach St. Josef in Bruchsal gekommen, um dieses Ereignis zu feiern.

Alles andere als ein alltäglicher Anblick in St. Josef: Die zeltartige moderne Bruchsaler Kirche war an diesem Samstagnachmittag bis auf den letzten Platz gefüllt, als Dr. Johannes Mette offiziell als Pfarrer der neuen Pfarrei Hl. Edith Stein eingesetzt wurde. Zudem stand die Amtseinführung des Kernteams sowie die Segnung des kürzlich gewählten Pfarreirats auf dem Programm. Kein Wunder also, dass überwältigend viele Menschen aus der ganzen Region den Weg nach St. Josef gefunden hatten. 
 
Der Vorsitzende des Pfarreirats Arnd Schillinger begrüßte launig-augenzwinkernd die große Festgemeinde und nannte mit Blick auf den Kirchenpatron diesen "stillen Josef" einen "christlichen James Bond" - wie er sollten wir uns "an der Hand Gottes vertrauensvoll auf das Abenteuer Edith Stein einlassen".
 
Für den feierlichen Akt zum Auftakt der neuen Pfarrei Edith Stein war Domkapitular Michael Hauser eigens aus Freiburg angereist - mit im Gepäck die Investitururkunde von Erzbischof Stefan Burger, jede Menge gute Wünsche wie auch persönliche Geschenke für das Kernteam. Schließlich soll Pfarrer Mette die gewaltigen Aufgaben, die in der größten der 36 Pfarreien der Erzdiözese mit mehr als 100.000 Katholikinnen und Katholiken anstehen, nicht alleine stemmen. Er wird von einem Kernteam unterstützt, das sich zusammensetzt aus dem leitenden Referenten Thomas Macherauch, dem stellvertretenden Pfarrer Frank Prestel wie auch dem Pfarreiökonomen Thomas Barth und dessen Stellvertreterin Johanna Heidler-Gerstl.
Dabei betonte Festredner Hauser, dass neben dem Pfarrer als Hirten "alle berufen sind" - nicht nur Haupt-, sondern eben genauso Ehrenamtliche mit all ihren jeweiligen Charismen, Talenten und Begabungen. Christsein funktioniere nur in der Gemeinschaft der Gläubigen. Hausers persönliches Credo "es geht um SIE alle, denn keiner kann alleine glauben", berührte, bewegte und bestärkte sichtlich die Festgemeinde.
 
Als bewegend erwies sich an diesem Tag auch die musikalische Gestaltung: So wie Pfarrer, Ministranten, Kirchenengagierte aus der ganzen Region und aus den verschiedenen Gemeinden gekommen waren, so hatten sich auch überwältigend viele Chorsänger zusammengefunden. Unter der Leitung von Markus Bellm konnte ein stimmgewaltiger Dekanatschor mehr als überzeugen. Unterstützung kam zudem von Markus Zepp an der Orgel wie auch vom Bläserensemble "sine nomine" und Wolfgang Schneider an der Pauke. Die Gemeinde trug ebenfalls zur Klangfülle bei, sodass dieser Gottesdienst ein echtes Gemeinschaftserlebnis war. 
 
Die Bedeutung eines authentischen und vertrauensvollen Miteinanders prägte denn auch die beiden Grußworte am Ende dieser heiligen Messe. Für Landrat Christoph Schnaudigel stand vor allem im Bezug zur Kommunalpolitik fest: "Wir brauchen leistungsstarke Religionsgemeinschaften" - ob im Bereich Kinder oder Senioren, bei Caritas, Diakonie oder Hospiz. Warmherzig sprach Pfarrerin Ulrike Trautz vom "wertvollen Miteinander". Die Dekanin für Bruchsal-Bretten kam mit einem blühenden Geschenk, einem "ökumenischen Blumenarrangement in den Kirchenfarben gelb und violett" und verwies auf die hoffnungsstiftende aktuelle Jahreslosung der evangelischen Kirche für 2026: "Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!"
 
Ökumene ist, so betonte Johannes Mette abschließend, auch für ihn eine wichtige Grundhaltung ebenso wie das "gute Miteinander" - und dazu gehört für ihn eindeutig der Dank. Denn er ließ es sich nicht nehmen und nutzte seinen Investiturgottesdienst, um sich ausführlich zu bedanken: nicht nur bei Festredner Michael Hauser oder seinem Referenten Thomas Macherauch, sondern eben auch bei den zahlreichen Ehrenamtlichen und nicht zuletzt bei den 26 Pfarreiräten. Diese segnete Mette zuvor noch gemeinsam mit Hauser und dem stellvertretenden Pfarrer Prestel einzeln am Altarraum, um sie für ihre anstehende wichtige Ausgabe zu stärken.
 
Zum guten Schluss galt es dann, diese Gemeinschaft auch ein wenig zu feiern - und dafür hatte Engagierte aus den Bruchsaler Gemeindeteams den perfekten Rahmen geschaffen: Im Pfarrsaal unter der Kirche konnte so bei einem Umtrunk und im lockeren Gespräch der beeindruckende Gottesdienst nachklingen. Und wer mochte, durfte gleich noch ein Zeichen setzen und im neuen Pfarrei-Logo mit seinem individuellen Fingerabdruck Farbe bekennen. Also, Daumen hoch für die Pfarrei Hl. Edith Stein.
 
Text: Katharina Werle
Fotos: Roland Sand