Lukas Röder geht den Weg vom Elektroniker zum Priester

27.04.2026 | Erzbischof Stephan Burger weiht den 33-Jährigen aus der Kirchengemeinde St. Jakobus Lauda

Freiburg/Wiesloch/Lauda-Königshofen. Eigentlich wurde Lukas Röder die priesterliche Berufung schon in die Wiege gelegt. Doch bis er nun am 10. Mai, 14.30 Uhr, im Freiburger Münster zum Priester geweiht wird, hat der 33-jährige Diakon der Kirchengemeinde Wiesloch einen besonderen Umweg beschritten. „Gerade dieser Weg hat mir gezeigt, dass Berufung oft nicht einfach auf einen Schlag klar ist, sondern wachsen und reifen darf“, schildert Röder kurz vor der nächsten Wegmarke, der Priesterweihe. 
 
Der Weg zum Priestertum verlief nicht ganz geradlinig. Zum Berufsstart stand zuerst eine Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik an. Erst danach folgten das Abitur im Spätberufenenseminar St. Matthias in Waldram (Oberbayern) und das Priesterseminar Collegium Borromaeum in Freiburg, um Theologie zu studieren – eine einjährige Studium-Auslandserfahrung in Rom inklusive. Dabei lagen die Wurzeln seiner Berufung schon weit in seiner Kindheit zurück – diese sei ihm schon in die Wiege gelegt worden: Der Onkel war Priester und die Besuche bei ihm in der Pfarrei beeindruckten den jungen Lukas Röder früh. Ebenso prägte die katholische Erziehung in der Familie. Doch der entscheidende Wegpunkt seines Lebens war für ihn rückblickend die erste Heilige Kommunion: „In der Begegnung mit Jesus in der Eucharistie wurde damals etwas in mir grundgelegt, das meinen weiteren Lebens- und Glaubensweg bis heute trägt.“ 

Die verschiedenen Etappen

Eine weitere tief prägende Erfahrung sei für ihn die Begegnung mit der Gemeinschaft vom Lamm beim Weltjugendtag 2011 in Madrid gewesen. „In ihr habe ich eine geistliche Heimat gefunden, die meinen Glauben vertieft und meinen Berufungsweg entscheidend mitgeprägt hat.“ All das habe ihn nachhaltig beeinflusst und ihn auf den Weg geführt, den er heute geht. Zwischenzeitlich führte dieser Weg mit verschiedenen Etappen nach dem Studium zum Praxissemester 2021 in die Kirchengemeinde Konstanz-Petershausen, danach in die Kirchengemeinde Wiesloch, in der er seit 2025 als Diakon wirkt. 
Gerade die Begleitung von sterbenden und trauernden Menschen hat ihn dabei bewegt. „Ich durfte erleben, wie tragend Glaube, Hoffnung und Liebe selbst in schweren und schmerzvollen Situationen sein können.“ Besonders eindrücklich bleibt ihm eine Begegnung am Weihnachtstag im Hospiz in Erinnerung, als eine Mutter und ihre Tochter am Sterbebett ihres Mannes und Vaters einander und dem Sterbenden so viel Liebe und Zuneigung schenkten. „Inmitten dieser schmerzlichen Situation wurde für mich Gottes Liebe, Nähe und Zuwendung auf besondere Weise sichtbar und spürbar. So darf ich mit Dankbarkeit und Vertrauen den weiteren Weg gehen – im Bewusstsein, dass Gott mich geführt hat, mich auch weiterhin begleiten wird und mich in seinen Dienst ruft.“
 
Zugleich erinnert er sich an seine Heimatgemeinde St. Laurentius Paimar in der Kirchengemeinde St. Jakobus Lauda, in der er schon als Ministrant, in der kirchlichen Jugendarbeit, bei Jugendgottesdiensten, Sternsingeraktionen, Taizégebeten und weiteren Aktivitäten früh Verantwortung übernahm. „In dieser Zeit durfte ich vielen Menschen begegnen und mit ihnen gemeinsam unterwegs sein.“ In den Gesprächen mit ihnen sowie in den gemeinsamen Erlebnissen wuchs nicht nur seine persönliche Gottesbeziehung, sondern auch der Wunsch, in und für die Kirche zu wirken – „vielleicht sogar als Priester“. Und nun ist es bald soweit. Insgesamt erfährt der angehende Priester von seiner Familie, den Freunden und vielen Wegbegleitern viel Zuspruch auf dem Weg zur Priesterweihe. „Ihre Ermutigung, ihre Freude und ihre Verbundenheit sind für mich ein großes Geschenk und eine wertvolle Stütze.“ 

„Eine Quelle der Stärke“

Glaube ist für den 33-Jährigen nicht nur etwas Inneres, sondern eine Quelle der Stärke, die ihn auch in schwierigen Zeiten trägt und ihm immer wieder Orientierung gibt. Für ihn bedeute Glaube, in einer lebendigen und persönlichen Beziehung zu Gott zu stehen – eine Beziehung, die Lukas Röder immer wieder mit seiner Nähe erfüllt. „Dabei spielt für mich Liturgie eine zentrale Rolle in meinem Glaubensleben. In den Gottesdiensten erlebe ich immer wieder die lebendige Gegenwart Gottes.“ Für den 33-Jährigen war Glaube nie nur ein inneres Erleben, sondern immer auch eine Einladung, diese Erfahrung mit anderen zu teilen.
 
Die Priesterweihe stellt für Lukas Röder einen weiteren entscheidenden Schritt auf seinem Berufungsweg dar. „Die Berufung zum priesterlichen Dienst in der Kirche verstehe ich als Geschenk, das in mir gewachsen ist und mich in meinem Innersten prägt.“ Sie sei für ihn nicht zuerst eine Frage persönlicher Fähigkeiten oder Kompetenzen, sondern Antwort auf den Ruf Gottes, „der mit dem, was er in mich hineingelegt hat, sein Reich aufbauen und seine Kirche gestalten will“.

Priesterweihe im Freiburger Münster

Zu Beginn der Weiheliturgie werden die Kandidaten vorgestellt. Der Regens richtet die Bitte an den Erzbischof, den Diakonen die Priesterweihe zu spenden. Nach dem Wortgottesdienst bekunden die Kandidaten vor der Gemeinde ihre Bereitschaft zur Übernahme dieses geistlichen Amtes und versprechen dem Erzbischof und seinen Nachfolgern Ehrfurcht und Gehorsam. Anschließend leitet die Allerheiligenlitanei, das Gebet der Gemeinde, zur eigentlichen Weihe über: Der Erzbischof und nach ihm weitere bei der Weihe anwesende Priester legen den Kandidaten in Stille die Hände auf. Nach dem anschließenden Weihegebet des Erzbischofs folgen die sogenannten ausdeutenden Riten: das Bekleiden mit dem Messgewand, die Salbung der Hände mit Chrisam, das Überreichen von Kelch und Hostienschale für die Feier der Eucharistie sowie der Friedensgruß. Danach feiern die neugeweihten Priester zusammen mit dem Erzbischof die Eucharistie.
 
Der Gottesdienst wird im Internet auf www.ebfr.de/livestream sowie auf www.youtube.com/user/erzbistumfreiburg übertragen. 
 
(pef)