Wenn die Puzzleteile den Priesterberuf ergeben

27.04.2026 | Erzbischof Stephan Burger weiht Markus Rombach aus Lenzkirch (Kirchengemeinde Hochschwarzwald) zum Priester

Freiburg/Lenzkirch/Tauberbischofsheim. Fast eineinhalb Jahrzehnte lang hat Markus Rombach als Grund- und Hauptschullehrer Wissen an die Jugend vermittelt. Nun freut sich der 44-Jährige darauf, dass er am 10. Mai, ab 14.30 Uhr von Erzbischof Stephan Burger im Freiburger Münster zum Priester geweiht wird. Besonders wichtig ist es dem Weihekandidaten, Menschen in den unterschiedlichen Lebenslagen zu begleiten. 
 
Von einem besonderen Berufungserlebnis würde Markus Rombach nicht sprechen. „Man könnte eher sagen, es war ein allmähliches Wachsen und Erkennen dieser Berufung“, so schildert es der 44-Jährige. Eine Grundlage dafür sei die enge Verbundenheit mit Glaube und Kirche gewesen, denn schon vor dem Eintritt ins Priesterseminar wirkte er in seiner Heimatgemeinde und darüber hinaus. Die Bandbreite war groß und reichte vom Kommunionhelfer, Organisten und Kantor bis zum Einsatz in kirchlichen Gremien wie dem Gemeindeteam, Stiftungsrat oder dem Pfarrgemeinderat. Auch Kontakte mit der Jugend fehlten nicht. So standen neben der Kommunion- und Firmvorbereitung auch Kinderbibeltage und verschiedene Freizeiten auf seinem Plan. Den passenden Ton traf er als Sänger in unterschiedlichsten Chören. Dies brachte wiederum auch Kontakte zu den Nachbargemeinden seiner Heimatpfarrei St. Nikolaus in Lenzkirch (Kirchengemeinde Hochschwarzwald) mit sich. 

Der Berufungsweg

Viele kleine Erfahrungen prägen Markus Rombach auf seinem Berufungsweg. Unter anderem waren es einzelne Worte aus dem Gesangbuch, Liedtexte oder auch Bibelverse, die ihn zum Nachdenken anregten und so zu einer Auseinandersetzung mit dem Thema führten. Mindestens genauso wichtig waren Gespräche mit verschiedenen Menschen. „All diese vielen kleinen Bausteine führten schließlich zu der immer wiederkehrenden Frage: Möchte ich meinem Leben nicht nochmal eine andere, tiefere Richtung geben? Die Antwort lautete „Ja“. So trat Rombach im Jahr 2019 ins Priesterseminar Collegium Borromaeum in Freiburg ein. Nach den Jahren des Studiums und einem Praktikum in Mannheim absolvierte der Theologe zuletzt sein Pastoralpraktikum und Diakonatsjahr in Tauberbischofsheim.
 
Kritische Bewertungen sind dem angehenden Priester nicht fremd. „Einzelne Verwandte und Freunde haben anfangs gesagt: ,Wir haben immer befürchtet, dass dieser Tag irgendwann kommen wird.‘“ Nach einer gewissen Zeit hätten diese Wegbegleiter ihn ebenso aber in seiner Berufung unterstützt. „Dazu trug auch bei, dass sie bei Besuchen im Seminar und damit verbundenen Gesprächen mit Ausbildern und Seminaristen gemerkt haben: Das sind alles ganz normale Menschen.“

Der Glaube als Kraftquelle

Der Glaube ist für den 44-Jährigen eine Kraftquelle: „Glaube heißt für mich eine lebendige Beziehung zu Gott zu haben, die ein Stück weit vergleichbar ist mit der Beziehung zu einem Ehepartner oder einem guten Freund.“ Wie auch in familiären und freundschaftlichen Kontexten gelte es auch hier, die Beziehung zu pflegen. Dies geschehe in Gottesdiensten, im persönlichen Gebet und auch in der Schriftbetrachtung. Besonders bei schwierigen Entscheidungen nehme er das Thema mit ins Gebet. „Natürlich kommt auch da nicht die plötzliche Stimme vom Himmel, die mir eine Antwort gibt. Aber wenn ich im Gebet alles angeschaut habe, dann stellt sich doch oft eine innere Ruhe ein und ich merke: Diesen Weg kannst du wagen. Und in der Regel passt er dann auch ganz gut zu mir.“ Glaube habe so also etwas mit Vertrauen und Getragensein zu tun. 
 
Die Entscheidung, Priester zu werden, ist bei Markus Rombach über viele Jahre hinweg gereift. „Man könnte sagen, es waren viele kleine Puzzleteile, die im Laufe der Zeit ein stimmiges Bild ergeben haben.“ Zu diesen gehörte für ihn unter anderem die Erfahrung, wie schön und erfüllend es sein kann, Menschen in den unterschiedlichen Lebenslagen zu begleiten. „Die Erfahrungen während meiner Diakonatszeit haben mich in meiner Entscheidung zusätzlich bestärkt.“ Natürlich werde nicht immer alles einfach sein, und die anstehenden Aufgaben in den Pfarreien und in der Seelsorge erfüllen ihn auch mit großem Respekt. Doch in allen Gemeinden habe er sehr viele großartige Menschen kennengelernt. Daher steht für ihn fest: „Gemeinsam und mit dem Beistand von oben wird es gut werden.“ 

Priesterweihe im Freiburger Münster

Zu Beginn der Weiheliturgie werden die Kandidaten vorgestellt. Der Regens richtet die Bitte an den Erzbischof, den Diakonen die Priesterweihe zu spenden. Nach dem Wortgottesdienst bekunden die Kandidaten vor der Gemeinde ihre Bereitschaft zur Übernahme dieses geistlichen Amtes und versprechen dem Erzbischof und seinen Nachfolgern Ehrfurcht und Gehorsam. Anschließend leitet die Allerheiligenlitanei, das Gebet der Gemeinde, zur eigentlichen Weihe über: Der Erzbischof und nach ihm weitere bei der Weihe anwesende Priester legen den Kandidaten in Stille die Hände auf. Nach dem anschließenden Weihegebet des Erzbischofs folgen die sogenannten ausdeutenden Riten: das Bekleiden mit dem Messgewand, die Salbung der Hände mit Chrisam, das Überreichen von Kelch und Hostienschale für die Feier der Eucharistie sowie der Friedensgruß. Danach feiern die neugeweihten Priester zusammen mit dem Erzbischof die Eucharistie.
 
Der Gottesdienst wird im Internet auf www.ebfr.de/livestream sowie auf www.youtube.com/user/erzbistumfreiburg übertragen.
 
(pef)