Musikalisches Kunstwerk mit Tiefgang

15.04.2026 | „Credo·Collab“: Die Song-Contest-Gewinner präsentieren am 25. April in Mannheim ihre Songs

Mannheim/Freiburg. Gesucht wurden für den „Credo·Collab“-Song-Contest keine fertigen Antworten, sondern Songs, die sich mit Glauben, Identität und Lebensfragen auseinandersetzen. Was gefunden wurde? Das zeigen die Projektverantwortlichen Tobias Aldinger und Jan Eisele aus der Erzdiözese Freiburg im Gespräch auf. 
 

Das Finale des „Credo·Collab“-Song-Contests steht bevor. Worauf dürfen sich die Besucher in der Popakademie in Mannheim freuen?

Jan Eisele: Der Abend wird zu einem Kunstwerk. Und er wird Tiefgang haben. Bei so viel Kreativität, Ausdrucksstärke und Feingefühl, die zusammenkommen, kann nichts anderes herauskommen. Ich freue mich auf großartige Künstlerinnen und Künstler, gute Musik, über die man staunen und reden kann, hautnahe Theologie, über die man grübeln und lachen kann, und eine Atmosphäre, die auch vor großen Fragen keine Angst hat. 

Die fünf jungen Künstler geben in ihren eigenen Popsongs Einblicke in ihr Inneres. Was bewegt die Musiker?

Tobias Aldinger: Sie geben uns Einblicke in ihre Lebensthemen und Glaubensreisen. Hoffnung und Hoffnungslosigkeit, Sehnsucht nach Heimat, ehrliche offene Fragen an Gott und das Leben, Herausforderungen als Chance und auch verschiedene religiöse Zugänge des eigenen Glaubens werden hörbar. Die Songs erzählen davon, dass es nicht darum geht, fertig oder sicher zu sein, sondern drücken eine Ehrlichkeit mit den eigenen Sinnfragen aus. 

Die Suche nach Sinn und Orientierung treibt junge Menschen um. Wie tickt die aktuelle Jugend-Generation im Vergleich zu früheren?

Jan Eisele: Junge Menschen sind auf der Suche nach etwas Haltbarem und Dauerhaftem. Sie suchen etwas, dem sie zutrauen, dass es sie durch ihr Leben begleiten kann und ihnen dabei Hilfe und Rat in den großen Entscheidungen ist. Klare und geradlinige Antworten passen erstmal gut zu diesem Wunsch nach Rat und Entscheidungshilfe. 
 „Wir haben Vorbilder gefunden“
 
Aber junge Menschen erleben auch, dass das gute Zusammenleben in Freundschaften, Beziehungen, einer Familie und in einer Gesellschaft – und das sind die Hoffnungen vieler junger Menschen – nicht so geradlinig verläuft, wie man sich das wünscht. Dann können Vorbilder helfen, die auf ihre Fragen kreative Lösungen finden und trotzdem für sich konsequent bleiben. Solche Vorbilder suchen auch wir bei Credo·Collab. Und ich glaube, wir haben welche gefunden. 

Die Fragestellung des Abends lautet: „Wie klingt Glaube heute zwischen Zweifel, Hoffnung und persönlicher Suche?“ Können Sie uns schon eine Antwort darauf geben?

Tobias Aldinger: Für unser Projekt ist zuerst wichtig, dass Glaube klingt. Glaube braucht Resonanzraum – in der Auseinandersetzung mit Anderen und in den Freiräumen, die Kunst und aktuelle Popkultur bietet. Eine erste Antwort aus den eingereichten Songs: Suche und Zweifel gehören fest zum christlichen Glauben dazu – auch als Anstoß, mit dem tieferen Grund in Resonanz zu gehen, der mein Leben trägt. 

Sie konnten aus rund 50 Einsendungen aus ganz Deutschland fünf Songs auswählen. Wie bewerten Sie die Resonanz quantitativ und qualitativ?

Jan Eisele: Ich bin begeistert von den Einsendungen und ehrlich gesagt froh, dass ich nicht entscheiden musste, wer gewinnt und wer nicht. Mit so vielen Songs hatte ich nicht gerechnet. Noch dazu waren viele Songs, trotz ihrer Unterschiedlichkeit, auf einem sehr hohen Niveau.
 
 „Die spirituelle Tiefe in den Songs beeindruckt“ 
 
Besonders hat mich auch die spirituelle Tiefe in den Songs beeindruckt. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben die Möglichkeit genutzt, eine kleine Geschichte zu ihrem eingereichten Song zu erzählen, und das war etwas ganz Besonderes. Es ist immer eine Ehre, wenn Menschen von sich und ihrem Leben erzählen, und es war ein großes Geschenk, dass ich dann noch die Songs aus diesen Leben dazu hören durfte.

Üblich ist, dass ein Finale den Abschluss darstellt. Nicht so bei „Credo·Collab“. Was folgt nun?

Tobias Aldinger: Bei unserem Finale werden die Gewinnerinnen und Gewinner des Songcontests bekannt gegeben. Zusammen mit den Künstlerinnen und Künstler von Credo·Collab, die auch beim Finale sind, wird ein Musik-Album entstehen. Mit diesem Album gehen wir auf eine Konzert-Workshop-Tour durch Baden-Württemberg. Bei einem großen Gemeinschaftskonzert 2027 kommen nochmal alle Musikerinnen und Musiker zusammen. Das wird noch ein Höhepunkt des Projekts sein. Also noch mindestens ein Jahr wird es regelmäßig was von Credo·Collab zu hören geben. 

Und worauf freuen Sie sich in den nächsten Monaten am meisten?

Jan Eisele: Das große Konzert wird nochmal was ganz Besonderes für mich, aber am meisten freue ich mich auf die Workshops an verschiedenen Orten und wie da Menschen und Musik zusammenkommen. Wenn Menschen sich von Musik berühren lassen und sich dann gemeinsam zu Themen austauschen, entsteht ein besonderer Moment. Ich habe große Lust, diese Orte und Momente mitzuerleben und selbst viel von anderen zu lernen. So kommt für mich auch nochmal zum Ausdruck, wie wir zusammen glauben, in einem Credo·Collab.
 
  
Info
Beim Finale des „Credo·Collab“-Song-Contests am 25. April um 19 Uhr in der Popakademie Baden-Württemberg präsentieren fünf junge Künstlerinnen und Künstler ihre Antworten: in eigenen Popsongs, live auf der Bühne. Aus rund 50 Einsendungen aus ganz Deutschland wurden die Finalisten und Finalistinnen ausgewählt. Ihre Lieder erzählen von dem, was sie trägt, irritiert oder hoffen lässt. Der Wettbewerb richtete sich an junge Musikerinnen und Musiker zwischen 18 und 35 Jahren. Neben den Finalistinnen und Finalisten stehen am 25. April auch etablierte Künstler und Künstlerinnen auf der Bühne, darunter die Berliner Künstlerin Diana Ezerex sowie der Popmusiker Jonny vom Dahl. Durch den Abend führen die Wort-Künstlerin Jasmin Brückner und der Wort-Künstler Marco Michalzik. Kurze Impulse im Stil eines Science Slams setzen zusätzliche inhaltliche Akzente. 
 
Weitere Informationen zum Projekt:
www.credo-collab.de
Instagram: @credo.collab
 
(mf)