Heilung braucht mehr als Medizin

13.04.2026 | Erzbischof Stephan Burger beleuchtet bei Podiumsdiskussion der Landesärztekammer Baden-Württemberg die „Zuständigkeit für die Seel-Sorge“

Freiburg. Krankheiten können den Körper und auch den Geist betreffen. Am 15. April diskutiert Erzbischof Stephan Burger auf Einladung der Landesärztekammer Baden-Württemberg, wie Kirche und Medizin gemeinsam den ganzen Menschen – Körper und Seele – in den Blick nehmen können. 
 
Die leibliche und seelische Dimension von Krankheiten spielen teilweise ineinander, andererseits wird eine gesonderte Betrachtung und Begleitung vorangetrieben. Die Frage nach der seelischen und psychischen Gesundheit berührt laut Ankündigung der Kammer den Menschen in seiner ganzen Tiefe. „Medizinische Wissenschaft und kirchliche Seelsorge begegnen sich hier in einem gemeinsamen Anliegen: dem Verstehen, Begleiten und Heilen des Menschen in seiner leiblichen, seelischen und geistigen Dimension“, so die Ankündigung der Podiumsdiskussion. Ebenso auf dem Podium vertreten sind neben Erzbischof Burger auch die evangelische Landesbischöfin Heike Springhart sowie von der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg Katharina Domschke, Ärztliche Direktorin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, und Claas Lahmann, Ärztlicher Direktor der Klinik für psychosomatische Medizin und Psychotherapie. 

Klinikseelsorge in der Region

Die Klinikseelsorger und Klinikseelsorgerinnen wissen, dass sich die Sorge für den kranken Menschen nicht allein auf sein leibliches Wohl beschränken darf. Es gelte, die sozialen, psychischen und spirituellen Bedürfnisse des Kranken im Blick zu behalten. „Hierzu leistet die Krankenhausseelsorge einen unverzichtbaren Beitrag im Prozess der Heilung“, sagen die Verantwortlichen in der Erzdiözese Freiburg. 
 
Im Universitätsklinikum Freiburg sind katholische und evangelische Seelsorger und Seelsorgerinnen tätig – sie bringen Zeit, Zuwendung und eigene Glaubenserfahrungen für den Austausch mit den Menschen mit. Die Bandbreite bei den Besuchen reicht von Sorgen bis zu Freuden, von Ängsten bis zu Hoffnungen. Gott wolle allen nahe sein, so die Antriebsfeder der Aktiven. Wenn es gewünscht wird, gibt es gemeinsame Gebete oder die Seelsorger spenden den Kranken die Sakramente, die ihnen eine Hilfe sein können. Bei den Sakramenten, Gebeten und Gottesdiensten handelt es sich um heilsame Rituale.
Die Uniklinik ist nur eines von mehreren Krankenhäusern, wo die Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit Lebensfragen angeboten wird. „Besonders bei bedrängenden oder schwierigen Situationen einer Krankheit sind die Seelsorger gerne bereit, zu den Patienten zu kommen“, heißt es auch im St. Josefskrankenhaus Freiburg. 
 
Von Seiten der Klinikseelsorge am Städtischen Klinikum Karlsruhe und an der dortigen Helios Klinik für Herzchirurgie wird zum ökumenischen Angebot ausgeführt: „In den Sorgen und Unsicherheiten, zwischen Hoffen und Bangen tauchen eventuell neue Fragen auf, vielleicht werden Entscheidungen erforderlich. Als Klinikseelsorgerinnen und Klinikseelsorger bieten wir Menschen im Krankenhaus an, sie zu begleiten.“

Mit Aus- und Fortbildungsangeboten

Das Universitätsklinikum Heidelberg verweist ebenso auf das ökumenische Seelsorgeteam, Gesprächsangebote und die Pflege der Rituale der christlichen Tradition wie Gebete, Krankenkommunion und Abendmahl, Taufe, Krankensalbung und Beichte sowie Sterbesegen. In Heidelberg ist zudem das Institut für Klinische Seelsorgeausbildung (KSA) der Erzdiözese Freiburg angesiedelt – ein Aus- und Fortbildungsinstitut für Seelsorger. Das Angebot umfasst Langzeitkurse in Klinischer Seelsorgeausbildung, Einführungskurse in die Krankenhausseelsorge, Wochenkurse zu Themen der Krankenhaus- und Alten(heim)seelsorge, Wochenkurse und Lektüretage zur Theologie der Krankenhausseelsorge sowie Einzel- und Gruppensupervisionen. 
 
Gesundheit – Heilung – Heil: Das sind von Anfang an zentrale Themen der kirchlichen Arbeit. Die Sorge („cura“) für den kranken Menschen gehört demnach deshalb zu den wesentlichen Aufgaben christlichen Engagements. Krankenhauseelsorge ist eingebettet in diese Krankenpastoral in den verschiedenen Feldern (Klinik, Hospiz, häusliche Krankenversorgung). Die Klinikseelsorgerinnen und -seelsorger haben sich zusammengeschlossen in der Arbeitsgemeinschaft Klinikseelsorge in der Erzdiözese Freiburg.
 
Kurzinfo:
Das Hybrid-Event „Zuständigkeit für die Seel-Sorge“ findet am 15. April von 19 bis 21 Uhr im Haus der Ärzte, Sundgauallee 27, in Freiburg statt. Der Eintritt ist frei. Die Bezirkskammer Südbaden in der Landesärztekammer Baden-Württemberg stellt auf Youtube einen Livestream zur Verfügung unter: https://www.youtube.com/live/YRQLR_KotD4?si=LwevjZo5_gzLfqFC 
 
(pef)