Nach seinem Auftaktbesuch in Offenburg hat Erzbischof Stephan Burger am 23. April seine Reisen durch die 36 neuen Pfarreien der Erzdiözese Freiburg in der Pfarrei Oberkirch St. Cyriak fortgesetzt. Gemeinsam mit Generalvikar Christoph Neubrand traf er dort haupt- und ehrenamtlich Engagierte, die seit dem 1. Januar 2026 die neuen Strukturen der Kirchenentwicklung 2030 mit pastoralem Leben füllen.
Im Fokus standen Gespräche mit dem Kernteam, dem Verwaltungsvorstand und dem Seelsorgeteam sowie Sitzungen mit dem Pfarreirat und dem Pfarreivermögensverwaltungsrat. Der Austausch bot Raum, Erfahrungen zu teilen, Herausforderungen zu benennen und gemeinsam Perspektiven zu entwickeln – ein deutliches Zeichen der Wertschätzung und Verbundenheit.
Den geistlichen Mittelpunkt des Tages bildete die gemeinsame Feier der Eucharistie um 18 Uhr in der Pfarrkirche St. Cyriak mit Livestream-Übertragung. In seiner Predigt rief Erzbischof Burger zu Offenheit und Vertrauen für den weiteren Weg der Kirchenentwicklung 2030 auf. Er verglich die Haltung, die es dafür brauche, mit der eines Kindes: „Wenn seine Botschaft wirken soll, braucht er nicht den Starrsinn, der einzig und allein auf die Vergangenheit pocht, sondern es braucht das offene und liebende Herz eines Kindes, das darauf vertraut, dass die Eltern es mit ihm gut meinen, dass es in Liebe angenommen ist.“ Weiter sagt er: „Ich denke, das ist unser aller Weg in eine Zukunft, die nicht vom Jammern geprägt sein darf über das, was nicht mehr geht und nicht mehr ist. Es geht um eine Zukunft, in der wir die Freude über das Evangelium nicht verloren haben, sondern leben, ja diese Freude mit einem Leben aus dem Glauben bezeugen.“
Begleitung auf dem Reformprozess
Wie bereits in Offenburg betonte der Erzbischof, dass der Reformprozess kein Selbstzweck sei: „Wir dürfen uns als Kirche nicht so einrichten, als ob wir die Hände in den Schoß legen und einfach nur noch abwarten, wie sich Welt und Menschen verändern. Alles, was wir hier angefangen und unternommen haben, hat ja nur den einen Zweck und das eine Ziel, dem Wachstum des Reiches Gottes zu dienen.“
Gemeinsam mit dem Team in Leitungsverantwortung gestalten Priester, Diakone, pastorale Mitarbeitende und zahlreiche Ehrenamtliche in Gemeindeteams, Kirchortteams und Gremien das kirchliche Leben vor Ort. Dass es die Menschen sind, die Kirche lebendig werden lassen, unterstrich Erzbischof Burger im weiteren Verlauf seiner Predigt einmal mehr: „Strukturen sind hilfreich. Sie sind wie Grundgerüste, die stabilisieren und tragen helfen. Sie ersetzen jedoch nicht das Leben, das sich in ihnen und durch sie entfalten will.“
In der römisch-katholischen Kirchengemeinde Acher-Renchtal − der staatskirchenrechtliche Name der Pfarrei Oberkirch St. Cyriak − gibt es seit Ende 2025 ein neues Team mit Leitungsfunktion. Diesem gehören neben dem Pfarrer und seinem Stellvertreter auch die Leitende Referentin oder der Leitende Referent sowie die Pfarreiökonomin oder der Pfarreiökonom an. Neben weiteren Priestern und Diakonen sind weiterhin Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten sowie Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten in den neuen Pfarreien tätig. Auch ehrenamtliches Engagement bleibt ein wichtiger Bestandteil kirchlichen Lebens. Es zeigt sich sowohl in bewährten Gruppen wie Gemeindeteams, in neuen Kompetenz- und Kirchortteams sowie in neuen Gremien wie dem Pfarrei- oder Pfarreivermögensverwaltungsrat. Allen, die den Prozess der Kirchenentwicklung engagiert begleiten, sprach der Erzbischof seinen Dank aus: „Danke für alles Ringen und Überlegen, wie wir in der gegenwärtigen Zeit, die von so viel Verunsicherungen, Ängsten und Lähmung gekennzeichnet ist, weiter vorankommen, die Liebe Jesu zu leben. Danke für Ihre Treue, sich beständig am Evangelium Jesu Christi zu orientieren.“
Weitere Informationen zur Pfarrei und ihren Angeboten finden sich unter: Katholische Kirche im Acher-Renchtal sowie auf https://www.youtube.com/@kath-oberkirch
Hintergrund und Ausblick
Die Kirchenentwicklung 2030 ist der tiefgreifendste Veränderungsprozess in der 200-jährigen Geschichte der Erzdiözese Freiburg. Mit ihr verbunden ist die Bildung der 36 Pfarreien zum 1. Januar 2026 − eine Reaktion auf gesellschaftliche Veränderungen, sinkende Mitgliederzahlen, weniger Priester und geringere finanzielle Mittel.
Nach Oberkirch folgen weitere Besuche in Karlsruhe (17.09.), Lörrach (08.10.) und Pforzheim (19.11.). Bis 2030 will der Erzbischof gemeinsam mit Generalvikar Neubrand alle neuen Pfarreien der Erzdiözese besuchen.